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Rickmers Insolvenz: Anleihe-Anleger und ihre Schadensersatzansprüche

Gepostet am 2. Juli 2017 um 15:20 Comments Kommentare (0)


Nachdem die HSH Nordbank das Sanierungskonzept der Rickmers Gruppe abgelehnt hatte, folgte Anfang Juni der Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung der Rickmers Holding AG, dem das Amtsgericht Hamburg zugestimmt hat. Für die Anleihe-Anleger, die insgesamt 275 Millionen Euro in die Reederei gepumpt haben, sind nun hohe finanzielle Verluste zu befürchten, die nah an den Totalverlust heranreichen könnten.

 

In Eigenverwaltung soll die Rickmers Gruppe mit Hilfe eines Sachwalters nun wieder auf Kurs gebracht werden. Die Suche nach Investoren läuft. Allerdings ist das Unternehmen hoch verschuldet, die Anleihe-Schulden sind nur ein Teil des Schuldenbergs. Schon bevor der Sanierungsplan gescheitert war, hatte die Rickmers Holding klargemacht, dass die Ablehnung des Konzepts wahrscheinlich die Insolvenz bedeuten würde und nur mit einer bescheidenen Insolvenzquote im einstelligen Prozentbereich zu rechnen sei.


Als die Anleihe-Anleger sich 2013 für ihre Investition entschieden, hatten sie noch ganz andere Hoffnungen. Jährliche Zinsen in Höhe von 8,875 Prozent sollten sprudeln und die Anleihe im Juni 2018 zurückgezahlt werden. Inzwischen stehen die Anleger vor einem finanziellen Scherbenhaufen. Die Zukunft der Rickmers Gruppe ist weiter ungewiss. Es ist aber davon auszugehen, dass die Gläubiger in jedem Fall mit erheblichen Einschnitten rechnen müssen. Die Anleihe-Anleger können sich aber gegen die drohenden Verluste wehren und ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen.


Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Als die Rickmers-Anleihe 2013 emittiert wurde, steckte die Handelsschifffahrt schon seit Jahren in der Krise. Dass die Schuldverschreibungen trotzdem mit Zinsen in Höhe von fast neun Prozent versüßt werden sollten, hätte natürlich ein Warnsignal für die Anleger sein können. Allerdings sind die Anleger in der Regel keine Fachleute. Umso dringender wäre eine umfassende Aufklärung über die bestehenden Risiken gewesen. Im Rahmen einer ordnungsgemäßen Anlageberatung hätten die Anleger umfassend über die bestehenden Risiken und auch über die Möglichkeit des Totalverlusts aufgeklärt werden müssen. Wurden die Risiken verschwiegen oder nur unzureichend erläutert, können Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung entstanden sein.

Außerdem kann auch der Emissionsprospekt der Rickmers-Anleihe genau geprüft werden. Die Prospektangaben müssen vollständig und wahrheitsgemäß sein und den Anleger über alle für seine Entscheidung wesentlichen Faktoren informieren. Sind die Prospektangaben aber fehlerhaft oder auch nur irreführend können für die Anleger Schadensersatzansprüche aus Prospekthaftung entstanden sein.


Weser Kapital MS Monia: Anlegern drohen nach Insolvenz hohe Verluste

Gepostet am 2. Juli 2017 um 15:15 Comments Kommentare (0)


 

Insolvenzen bei Schiffsfonds reißen immer noch nicht ab. Das Amtsgericht Niebüll hat am 22. Juni 2017 das vorläufige Insolvenzverfahren über die Gesellschaft des Schiffsfonds Weser Kapital MS Monia eröffnet (Az.: 5 IN 55/17).

 

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei dem Schiffsfonds Weser Kapital MS Monia sind nicht neu. Allerdings deutete noch Ende vergangenen Jahres vieles darauf hin, dass das Fondsschiff verkauft werden soll. Doch dazu ist es nicht gekommen. Stattdessen wurde Insolvenz beantragt. Wahrscheinlich hätte auch der Verkauf des Containerschiffs MS Monia Verluste für die Anleger gebracht. Nach der Insolvenz müssen sie nun aber mit Verlusten bis hin zum Totalverlust ihrer Einlage rechnen. Allerdings können die Anleger auch prüfen lassen, ob sie Ansprüche auf Schadensersatz geltend machen können.

 

Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Weser Kapital, ehemals Navalis Invest, legte den Schiffsfonds MS Monia im August 2008 auf. In diesem Jahr brach auch die globale Wirtschafts- und Finanzkrise aus, die tiefe Spuren in der Handelsschifffahrt hinterließ. Boomte das Geschäft in den Jahren zuvor noch, ging nun die Nachfrage zurück und die erforderlichen Charterraten konnten von vielen Schiffsfonds nicht mehr erreicht werden. In der Folge blieben die Ausschüttungen an die Anleger aus und viele Schiffsfonds mussten Insolvenz anmelden.

 

Das zeigt, dass Schiffsfonds keine sicheren Geldanlagen sind und für den Aufbau einer Altersvorsorge aufgrund ihres spekulativen Charakters in der Regel ungeeignet sind. In den Anlageberatungsgesprächen wurden Beteiligungen an Schiffsfonds allerdings vielfach als sichere Kapitalanlage dargestellt. Im Zuge einer ordnungsgemäßen Anlageberatung hätten die Anleger aber auch umfassend über die bestehenden Risiken wie das Wiederaufleben der Kommanditistenhaftung und insbesondere auch über die Möglichkeit des Totalverlusts aufgeklärt werden müssen. Wurden diese Aufklärungspflichten verletzt, können Ansprüche auf Schadensersatz geltend gemacht werden.

 

Hannover Leasing Life Invest Deutschland I - Anleger können Schadensersatz wegen Prospektfehler geltend machen

Gepostet am 2. Juli 2017 um 15:15 Comments Kommentare (0)



Zinsen zwischen sechs und sieben Prozent wurden den Anlegern des Lebensversicherungsfonds Hannover Leasing Life Invest Deutschland I prognostiziert. Diese Annahme sei aber viel zu hoch gewesen, urteilte das Landgericht München I und sprach einem Anleger mit Urteil vom 3. April 2017 Schadensersatz wegen Prospektfehler zu (Az.: 28 O 2272/16).

 

Nach diesem Urteil können sich auch alle anderen Anleger des Hannover Leasing Life Invest Deutschland I berechtigte Hoffnungen auf Schadensersatz machen. Allerdings müssen sie ihre Ansprüche bald geltend machen, da sie aufgrund der zehnjährigen Verjährungsfrist schon bald verjähren könnten, denn der Fonds wurde bereits Ende Mai 2007 emittiert.

 

Die Anleger, die insgesamt rund 29 Millionen Euro in den Lebensversicherungsfonds investiert haben, hofften auf eine satte Rendite. Immerhin wurden in dem Fondsprospekt ja auch Zinsen zwischen sechs und sieben Prozent in Aussicht gestellt. Doch diese Prognose sei auch schon damals viel zu optimistisch gewesen, urteilte das LG München I. Denn anhand eines Sachverständigengutachtens wäre eine Verzinsung von 4,24 Prozent realistisch gewesen. Die Zinsprognose im Emissionsprospekt sei für die Entscheidung eines Anlegers durchaus ein wesentlicher Faktor und der Prospekt damit fehlerhaft.

 

Rechtliche Einschätzung des Kanzlei Kreutzer, München: Auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, eröffnet es Anlegern des Hannover Leasing Life Invest Deutschland I gute Aussichten, Schadensersatzansprüche durchsetzen zu können. Denn Prospektfehler betreffen alle Anleger, das bedeutet, dass nicht im Einzelfall nachgewiesen werden muss, dass der Anleger von seinem Berater fehlerhaft beraten wurde. Anleger müssen durch die Prospektangaben grundsätzlich in die Lage versetzt werden, sich ein genaues Bild von den Chancen und Risiken der Geldanlage machen zu können. Wie das Landgericht München richtig erkannt hat, ist dabei natürlich auch die Zinsprognose ein wichtiger Grund, sich für oder gegen eine Investition zu entscheiden.

 

Anleger, die ihre Schadensersatzansprüche durchsetzen möchten, sollten dies nicht mehr auf die lange Bank schieben, da die zehnjährige Verjährungsfrist greift. Das heißt, dass die Ansprüche auf den Tag genau zehn Jahre nach Beitritt zur Fondsgesellschaft verjähren.


EN Storage GmbH: Anleger können ihre Forderungen bis zum 12. Juli anmelden

Gepostet am 2. Juli 2017 um 15:15 Comments Kommentare (0)


 

Das nächste Kapitel im Fall der insolventen EN Storage GmbH ist aufgeschlagen. Das Amtsgericht Stuttgart hat am 2. Mai 2017 das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet (Az.: 6 IN 190/17). Für die geschädigten Anleger bedeutet dies, dass sie ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter bis zum 12. Juli 2017 form- und fristgerecht anmelden können.

 

Die Aussichten durch die Insolvenzquote einen großen Teil des finanziellen Verlustes kompensieren zu können, sind allerdings nicht allzu gut. Denn der Insolvenzverwalter hat den entstandenen Schaden zwischenzeitlich auf rund 90 Millionen Euro geschätzt. Zudem ist offen, wohin die Anleger-Gelder überhaupt geflossen sind. Offensichtlich wurden damit jedenfalls keine oder nur zu einem geringen Teil Datenspeicher angeschafft. Denn auch die sind größtenteils nicht auffindbar. In dieses Bild passen auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts.

 

Für die Anleger bedeutet dies, dass sie voraussichtlich nur mit einer geringen Insolvenzquote rechnen können. Der finanzielle Schaden wird auf diesem Weg vermutlich nicht annähernd ausgeglichen werden können. Allerdings können noch weitere rechtliche Möglichkeiten geprüft werden, um die Verluste zu kompensieren.

 

Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Trotz der geringen Aussichten auf eine nennenswerte Insolvenzquote sollten die Anleger ihre Forderungen zunächst unbedingt beim Insolvenzverwalter anmelden. Denn nur angemeldete Forderungen können im Insolvenzverfahren überhaupt berücksichtigt werden. Parallel dazu können aber auch Ansprüche auf Schadensersatz geltend gemacht werden. Die Forderungen können sich natürlich gegen die Unternehmensverantwortlichen richten, falls sich der Betrugsverdacht bestätigen sollte.

 

Anspruchsgegner können aber auch ebenso die Anlageberater und Vermittler sein. Denn diese haben gegenüber den Anlegern eine Aufklärungspflicht. So müssen sie beispielsweise die Anleger über die bestehenden Risiken der Geldanlage umfassend aufklären. Besonders schwer wiegt dabei die Möglichkeit des Totalverlusts des investierten Geldes. Zudem müssen sie auch die Plausibilität des Geschäftsmodells prüfen, bevor sie die Geldanlage an die Anleger vermitteln. Wurden diese Pflichten verletzt, stehen die Anlageberater oder Vermittler in der Haftung. Dann können Schadensersatzansprüche gegen sie geltend gemacht werden.

 

ESP European SunPower Verwaltungs GmbH: Totalverlust wird immer wahrscheinlicher

Gepostet am 2. Juli 2017 um 15:15 Comments Kommentare (0)


 

Der Totalverlust ihres investierten Geldes wird für die Anleger der ESP European SunPower Verwaltungs GmbH immer wahrscheinlicher. Nachdem das Insolvenzverfahren am 6. Februar 2017 am Amtsgericht Schweinfurt eröffnet worden war (Az.: IN 225/16), hat der Insolvenzverwalter Ende März angezeigt, dass Masseunzulänglichkeit vorliegt. Das bedeutet, dass für die Gläubiger vermutlich nichts zu holen ist und besonders nicht für die Anleger, da ihre Forderungen ohnehin nachrangig sind und hinter denen aller anderen Gläubiger zurückstehen müssen.

 

Über verschiedene Modelle konnten sich die Anleger bei der ESP European SunPower Verwaltungs GmbH über Nachrangdarlehen beteiligen. Besonders für die Anleger, die sich für Ratenzahlungen entschieden haben, könnte die Insolvenz noch fatale Folgen haben, wenn der Insolvenzverwalter die Zahlung der noch ausstehenden Raten fordert.

 

Mit der Insolvenz und der Masseunzulänglichkeit ist ein Tiefpunkt für die Anleger erreicht, die sich in der Hoffnung auf ordentliche Renditen beteiligt haben. Dass diese Hoffnung trügerisch sein könnte, zeichnete sich allerdings schon im Herbst 2015 ab, als es zu ersten Verzögerungen bei den Zins- und Rückzahlungen kam und diese schließlich ganz ausblieben. Schließlich stellte ein Gläubiger Insolvenzantrag für die ESP European SunPower Verwaltungs GmbH. Offenbar gibt es für die Gläubiger aber nicht mehr viel zu holen.

 

Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Die Hoffnungen über das Insolvenzverfahren noch etwas von ihrem investierten Geld wiederzusehen, war für die Anleger aufgrund des Nachrangs ihrer Forderungen ohnehin gering. Insofern hat sich ihre Situation nicht grundlegend verändert. Um die finanziellen Verluste zu minimieren, müssen andere rechtliche Wege beschritten werden. In Betracht kommt dabei in erster Linie die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen. Denn die Anleger hätten von ihren Anlageberatern oder Vermittlern auch über die bestehenden Risiken aufgeklärt werden müssen. Insbesondere hätte ihnen erläutert werden müssen, dass ihre Forderungen nachrangig behandelt werden und damit das erhöhte Risiko besteht, dass sie ihr eingesetztes Geld auch komplett verlieren können. Sollten die Risiken verschwiegen oder nur unzureichend erläutert worden sein, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.

 

Widerrufsjoker sticht bei fehlender Angabe zur Kreditlaufzeit

Gepostet am 10. April 2017 um 0:15 Comments Kommentare (0)



Der Widerrufsjoker bei Darlehensverträgen sticht noch immer. Denn Banken und Sparkassen haben auch nach dem 10. Juni 2010 noch fehlerhafte Widerrufsbelehrungen verwendet. Das führt dazu, dass in diesen Fällen die Widerrufsfrist nicht in Lauf gesetzt wurde und der Widerruf immer noch möglich ist.


Am 21. Juni 2016 endete bekanntlich das sog. „ewige Widerrufsrecht“ bei Immobiliendarlehen, die vor dem 10. Juni 2010 abgeschlossen wurden. Nicht betroffen von dieser Frist sind jüngere Immobilienfinanzierungen, die nach diesem Datum abgeschlossen wurden. Auch bei diesen Verträgen gilt, dass sie widerrufen werden können, wenn sie fehlerhafte Belehrungen enthalten. Der Fehler steckt dabei zumeist im Detail oder genauer gesagt in den Pflichtangaben, die die Banken machen müssen. Zu diesen Pflichtangaben bei Immobiliendarlehen gehört u.a. die Angabe der Kreditlaufzeit. Doch genau diese Angabe fehlt bei einigen Immobilienkrediten. So hat beispielsweise die ING-Diba bei Darlehensverträgen aus den Jahren 2010 bis 2014 keine Angaben zur Laufzeit des Kredits gemacht. Auch wenn sich die Laufzeit noch ändern kann, ist diese Angabe zwingend. Ein Fehler, der nicht nur der ING-Diba, sondern auch anderen Kreditinstituten unterlaufen ist und der den Widerrufsjoker ins Spiel bringt.


Denn die Pflichtangaben sind mit dem Beginn der Widerrufsfrist verknüpft. Werden die Pflichtangaben nicht korrekt aufgeführt wurde dementsprechend die Widerrufsfrist nicht in Lauf gesetzt.


Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Durch ihre fehlerhaften Belehrungen haben Banken und Sparkassen selbst dafür gesorgt, dass der Widerruf von Immobiliendarlehen immer noch möglich ist. Zu den häufigen Fehlern gehört die fehlende Angabe zur Kreditlaufzeit. Vielen Sparkassen ist darüber hinaus ein weiterer gewichtiger Fehler unterlaufen. Sie haben die Nennung der Aufsichtsbehörde als Pflichtangabe im Klammerzusatz aufgeführt, die Aufsichtsbehörde dann aber nicht genannt. Auch in diesen Fällen wurde die Widerrufsfrist nicht in Lauf gesetzt und der Widerrufsjoker kann gezogen werden.


Grundsätzlich kann sich der Widerruf auch bei jüngeren Immobiliendarlehen immer noch lohnen, da die Zinsen in den vergangenen Jahren weiter gefallen sind. Wer von den niedrigen Zinsen profitieren möchte, kann seinen Kreditvertrag überprüfen lassen um auszuloten, ob ein Widerruf möglich und erfolgversprechend ist.


Hansa Treuhand HT Twinfonds: MS HS Bizet und MS HS Bach insolvent

Gepostet am 10. April 2017 um 0:15 Comments Kommentare (0)



Mit mindestens 20.000 Euro konnten sich die Anleger an dem im Jahr 2008 von Hansa Treuhand aufgelegten HT Twinfonds beteiligen. Das Geld könnte komplett verloren sein. Denn beide Fondsschiffe sind inzwischen insolvent. Nachdem über die Gesellschaft des MS HS Bach schon im August 2016 das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, ist nun auch die Gesellschaft des MS HS Bizet zahlungsunfähig. Das Amtsgericht Lüneburg eröffnete das reguläre Insolvenzverfahren am 17. März 2017 (Az.: 47 IN 87/16).


Für die Anleger des HT Twinfonds ist nun die traurige Gewissheit eingetreten, dass ihre Geldanlage ein Fehlschlag war. Wie bei vielen andere Schiffsfonds auch, machten sich die Auswirkungen der Finanzkrise 2008 beim Hansa Treuhand Twinfonds bemerkbar. Nachdem die Containerschifffahrt viele boomende Jahre erlebt hatte, ging durch die Finanzkrise die Nachfrage zurück und die Charterraten gingen in den Keller. Die Kalkulationen vieler Fondsgesellschaften ließen sich so nicht mehr halten und am Ende blieb oft nur noch der Gang zum Insolvenzgericht. Für die Anleger bedeutet dies in aller Regel hohe Verluste, wenn sie nicht versuchen, Ansprüche auf Schadensersatz geltend zu machen.


Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Für risikoscheue Anleger, die in erster Linie an einer sicheren Geldanlage interessiert sind, heißt es „Finger weg“ von Schiffsfonds. Denn Schiffsfonds sind keineswegs sichere Kapitalanlagen, sondern spekulativ und risikobehaftet. Die Chance für die Anleger liegt nun darin, dass diese Risiken in den Anlageberatungsgesprächen häufig verschwiegen wurden. Beteiligungen an Schiffsfonds wurden erfahrungsgemäß immer wieder als renditestarke und sichere Geldanlage angepriesen. Zu einer ordnungsgemäßen Anlageberatung gehört aber auch, die Anleger über die bestehenden Risiken aufzuklären. Das sind u.a. die langen Laufzeiten, die erschwerte Handelbarkeit der Anteile, das Wiederaufleben der Kommanditistenhaftung und – besonders schwerwiegend – das Totalverlust-Risiko. Wurden diese Risiken in den Beratungsgesprächen verschwiegen oder nur unzureichend erläutert, bestehen gute Chancen, Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung durchsetzen zu können.


Cosma-Gold: Anleger können Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden

Gepostet am 10. April 2017 um 0:15 Comments Kommentare (0)



Gold genießt seit langer Zeit einen guten Ruf als wertbeständige Geldanlage. Das gilt aber nur, wenn auch der Anbieter von Goldanlage-Modellen seriös ist. Dass dies nicht immer der Fall ist, mussten die Anleger der Cosma-Gruppe leidvoll erfahren.

 

Am Amtsgericht Karlsruhe wurden am 2. März 2017 die Insolvenzverfahren über die Cosma Deutschland AG (Az.: 30 IN 1026/16), über die Cosma Service GmbH (Az.: 10 IN 1027/16) und die Cosma Verwaltungs GmbH eröffnet (Az.: 20 IN 1028/16) eröffnet. Die Anleger können nun ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden.


Die geschädigten Anleger haben auf die vermeintlich attraktiven Goldanlagemodelle der Cosma-Gruppe vertraut. Renditen bis zu 8 Prozent und hohe Sicherheiten waren ihnen in Aussicht gestellt worden. Doch Ende 2016 wurde klar, dass sie ihr Geld nicht sicher investiert hat. Die Staatsanwaltschaft Mannheim teilte mit, dass sie wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt. So besteht der Verdacht, dass die Anleger bereits seit Ende 2014 mit falschen Angaben zur Sicherheit und Rendite ihrer Geldanlagen getäuscht wurden. In dem Zusammenhang besteht der Verdacht, dass die Anlegergelder nicht wie ursprünglich vorgesehen angelegt wurden. Genaue Angaben zur Schadenshöhe macht die Staatsanwaltschaft nicht. Es ist aber von einem Millionen-Betrag auszugehen.


Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Auf den ersten Schock folgte für die Anleger immerhin eine etwas bessere Nachricht. Denn im Zuge der Ermittlungen konnten erhebliche Vermögenswerte sichergestellt werden. Das bedeutet, dass ihr Geld noch nicht vollständig verloren ist. Umso wichtiger ist es aber, die Forderungen beim Insolvenzverwalter form- und fristgerecht anzumelden. Denn nur angemeldete Forderungen können im Insolvenzverfahren auch berücksichtigt werden.

Dennoch ist nicht davon auszugehen, dass die Insolvenzmasse ausreichen wird, um die Verluste vollständig kompensieren zu können. Allerdings besteht die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Sollten sich die Betrugsvorwürfe bestätigen, können natürlich Forderungen gegen die Unternehmensverantwortlichen bestehen. Ebenfalls in der Haftung können aber auch die Anlageberater und Anlagevermittler stehen. Denn sie sind verpflichtet, die Anleger über die bestehenden Risiken der Geldanlage aufzuklären. Sollten die Risiken verschwiegen worden sein oder das Geschäftsmodell von Anfang an nicht plausibel gewesen sein, können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden.


CFB 161 Schiffsflottenfonds 3: Drohende Verjährung von Schadensersatzansprüchen

Gepostet am 10. April 2017 um 0:10 Comments Kommentare (0)



Anleger des CFB Fonds 161 Schiffsflottenfonds 3 dürften von der Entwicklung ihrer Geldanlage enttäuscht sein. In vielen Fällen haben die Anleger die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Allerdings müssen sie die Verjährungsfrist im Auge behalten. Mögliche Forderungen verjähren auf den Tag genau zehn Jahre nach der Zeichnung der Anteile.


Der CFB Fonds 161 Schiffsflottenfonds 3 wurde im März 2007 platziert und zur Beteiligung angeboten. Die Fondsgesellschaft investierte in die beiden Containerschiffe der Sub-Panamax-Klasse MS CMA CGM Mimosa (ehemals MS Monaco) und E.R. Martinique (ehemals MS Martinique). Zu diesem Zeitpunkt stellte sich die Lage der Handelsschifffahrt noch komplett anders dar. Dementsprechend flossen in den ersten Jahren auch die Ausschüttungen an die Anleger. Das änderte sich allerdings als die Festcharterverträge ausgelaufen und die Folgen der Finanzkrise 2008 für die Handelsschifffahrt deutlich spürbar wurden. Die sinkende Nachfrage führte zu einem Einbruch der Charterraten und dies brachte die Wirtschaftlichkeit etlicher Schiffsfonds in Gefahr. Das bekamen regelmäßig auch die Anleger zu spüren. Ausschüttungen blieben ganz oder teilweise aus und die Hoffnungen auf eine ordentliche Rendite hatten sich zerschlagen. Oft genug stand am Ende die Insolvenz der Fondsgesellschaft, die vielen Anlegern den Totalverlust ihrer Einlage bescherte.


Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Schiffsfonds-Anleger haben in den vergangenen Jahren bereits viel Geld verloren. Allerdings gibt es auch rechtliche Möglichkeiten, sich gegen diese Verluste zu wehren. Denn oftmals können Schadensersatzansprüche aufgrund einer fehlerhaften Anlageberatung geltend gemacht werden.


Anleger haben grundsätzlich einen Anspruch auf eine ordnungsgemäße Anlageberatung. Dazu gehört es, nicht nur die Vorzüge einer Kapitalanlage zu nennen, sondern auch ihre Risiken umfassend und verständlich darzustellen. So sind Schiffsfonds keineswegs die sicheren und renditestarken Geldanlagen als die sie in den Beratungsgesprächen gerne dargestellt wurden. Tatsächlich sind Schiffsfonds etlichen Risiken ausgesetzt und haben daher einen spekulativen Charakter. Zu diesen Risiken zählen beispielsweise die langen Laufzeiten, die erschwerte Handelbarkeit der Anteile, das Wiederaufleben der Kommanditistenhaftung und insbesondere die Möglichkeit des Totalverlusts der Einlage. Schon aufgrund des Totalverlust-Risikos sind Schiffsfonds als Geldanlage zur Altersvorsorge grundsätzlich ungeeignet. Sollten die Anleger in den Beratungsgesprächen über die Risiken oder hohe Vermittlungsprovisionen im Unklaren gelassen worden sein, bestehen gute Aussichten, Schadensersatzansprüche durchsetzen zu können.


Lignum Sachwert Edelholz AG: Anleger haben nur geringe Aussicht auf Insolvenzquote

Gepostet am 10. April 2017 um 0:10 Comments Kommentare (0)



Mit Direktinvestments in Edelhölzer in Osteuropa sollten die Anleger der Lignum Sachwert Edelholz AG Vermögen aufbauen oder mehren können. Daraus ist bekanntlich nichts geworden. Die Gesellschaft ist insolvent. Auch im Insolvenzverfahren können die Anleger kaum darauf hoffen, ihre Verluste ausgleichen zu können.


Forderungen zur Insolvenztabelle können die Anleger noch bis zum 1. April anmelden. Ob sie aber von ihrem Geld etwas wiedersehen oder sogar komplett leer ausgehen werden, ist ungewiss. Als Problem dürfte sich darstellen, dass die Eigentumsverhältnisse an den Bäumen nicht geklärt sind, sodass sich auch keine Erlöse aus dem Verkauf der Bäume erzielen lassen. Selbst wenn im Insolvenzverfahren etwas für die Anleger abfallen sollte, dürfte damit lediglich ein geringer Teil der Verluste kompensiert werden können. Insgesamt haben rund 5000 Anleger ca. 65 Millionen Euro investiert. Das Geld dürfte zum größten Teil verloren sein, wenn die Anleger keine rechtlichen Schritte ergreifen.


Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Auch wenn die Aussichten auf eine Insolvenzquote nur gering sind, sollten die Anleger ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter form- und fristgerecht anmelden. Denn nur angemeldete Forderungen können überhaupt im Insolvenzverfahren berücksichtigt werden.


Darüber hinaus bietet es sich an, weitere rechtliche Schritte zu ergreifen, um nicht auf dem Schaden sitzenzubleiben. Bekanntlich hatte die Finanzaufsicht BaFin der Lignum Sachwert Edelholz AG den Vertrieb der Vermögensanlagen „Nobilis Rent“, „Nobilis Priva“ und „Nobilis Vita“ untersagt, weil sie nicht die erforderlichen Emissionsprospekte vorgelegt hatte. Kurz darauf folgte der Insolvenzantrag.


Der BaFin nun den „schwarzen Peter“ zuzuschieben, ist aber falsch. Vielmehr stellt sich die Frage, warum die Lignum Sachwert Edelholz AG die Emissionsprospekte nicht vorgelegt hat. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Aussichten der Anleger auf Renditen nie so rosig waren, wie das Unternehmen sie dargestellt hat. Die Anleger hätten in den Prospekten auch über die Renditeerwartungen und Risiken aufgeklärt werden müssen und hätten sich dann eventuell nicht mehr zu ihrer Investition entschlossen. Eine Aufklärungspflicht trifft aber auch die Anlageberater und Anlagevermittler. Auch sie hätten die Risiken aufzeigen müssen und die Plausibilität des Geschäftsmodells prüfen müssen. Dass die Lignum Sachwert Edelholz AG keine Emissionsprospekte vorgelegt hat, hätte die Berater und Vermittler stutzig werden lassen und zu einer intensiven Prüfung der Vermögensanlagen veranlassen müssen.


Daher kann geprüft werden, ob Schadensersatzansprüche gegen die Unternehmensverantwortlichen aber auch gegen die Anlageberater und Vermittler geltend gemacht werden können. 


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